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| Nutzungsarten von Twitter und Facebook beim TV-Konsum, Quelle: TVGuide.com |
Jonathan Taplin, Professor für Neue Medien und Direktor des Annenberg Innovation Lab in Los Angeles, sieht einen enormen Trend zum Social TV: "Interaktives Fernsehen ist uns seit mehr als 20 Jahren versprochen worden, aber es ist nie etwas daraus geworden". Nach Taplin lag das bisher an der Fernbedienung, die für nichts anderes tauge, als den Kanal zu wechseln. Jetzt im Zeitalter von Smartphone oder Tablet-PC, ändert sich das: "Man hat diese Geräte ständig in Griffweite, also nutzt man sie auch." (Quelle: Stern)
Social TV in Deutschland
In Deutschland hat die Verbindung von TV und Social Media durch den Tatort erste Berührungspunkte erhalten. Nachdem sich der Tatort als gemeinsames Online-Erlebnis etabliert hatte, wurden auch weitere TV-Formate wie z.B. “Bauer sucht Frau” oder “Deutschland sucht den Superstar” auf Twitter oder Facebook online diskutiert. Dadurch wird das konsumieren einer Sendung zu einem Gemeinschaftserlebnis. Die Nutzer tauschen sich aus und spekulieren über den weiteren Verlauf der Sendung. Der früher so beliebte gemeinsame Fernsehabend mit der ganzen Familie erhält durch die technologische Entwicklung und die Möglichkeiten von Social Media eine Renaissance. Allerdings diskutieren hier die User größtenteils nur untereinander, während die Fernsehsender das Potential scheinbar noch gar nicht richtig erkennen.
Es lässt sich nicht genau spezifizieren, ob und in welchem Umfang die Fernsehsender diese Gespräche überhaupt wahrnehmen.
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| Twitter und Facebook im Deutschen Fernsehen, Quelle: AppAdvisors |
Über die App “The Voice of Germany Connect” konnten die Zuschauer via PC, Tablet oder Smartphone die Twitter-Timeline zum Hashtag #voice und die Facebook-Updates der Show verfolgen und im Chat mit Facebook-Freunden diskutieren. Eine wirkliche Diskussion zwischen Sender und Zuschauer fand allerdings nicht statt. Beim Hashtag #voice wurde nicht mit einem Sprachfilter gearbeitet, so dass auch viele irrelevante Tweets auftauchten. Verbesserungswürdig ist auch die Integration von Social Media in die Show selbst. Während der Sendung wurden bspw. nur vereinzelt Tweets vorgelesen oder kurzzeitig eingeblendet. Oft wirkte die Integration von Social Media darüber hinaus etwas zu gewollt. Insgesamt ist die ProSiebenSat1 Media AG trotzdem auf dem richtigen Weg.
Im Gegensatz zur ProSiebenSat1 Media AG bindet die ARD mit Ihrer Sendung “Gottschalk TV” die sozialen Kommunikationskanäle noch weniger ein. Beim neuen Fernsehformat mit Thomas Gottschalk wurde angekündigt, dass Social Media eine besondere Rolle spielen soll. Die Idee war gut und wurde im Vorfeld sehr stark im Netz thematisiert. Das hohe Kommunikationsvolumen im Vorfeld hat dann auch zu einer guten Einschaltquote der ersten Sendung geführt. Das Format an sich und die mangelnde Integration von Social Media führte jedoch zu einer schnellen Ernüchterung. Social Media spielt bei Gottschalk TV nur eine untergeordnete Rolle und wird kaum oder gar nicht erwähnt. Der Sender verspielt hier (noch) sehr viel Potential.
Wie könnte man Social TV effektiver einsetzen?
Wenn sich die Nutzer über eine Sendung online austauschen, könnten TV-Sender durch eine aktive Teilnahme an den Gesprächen sowie das Streuen von “exklusiven” Zusatzinformationen den Usern einen Mehrwert bieten. Die Sendung “Gottschalk TV” könnte z.B. Links zu Seiten und Projekten der Gäste, Fotos oder kurze Videos aus dem Backstagebereich etc. einbinden. Und warum fragt man die Zuschauer nicht, welche Fragen sie an die Gäste haben und beantwortet diese Live in der Sendung? Thomas Gottschalk könnte sich z.B. auch durch Gespräche mit seinen Gästen über deren Erfahrungen mit Twitter & Co. austauschen um damit sich und die Zuschauer in das Themenfeld Social Media einzuführen.
Dies würde nicht nur eine Steigerung der Kundenzufriedenheit und -bindung mit sich bringen, sondern ermöglicht den TV-Sendern auch ein direktes Feedback zu den Sendungen zu erhalten. Dieses Feedback kann z.B. zur Verbesserung zukünftiger Sendungen, Ideengenerierung und Trendforschung eingesetzt werden.
Social TV meets Oscars
Wir haben uns dazu entschieden zumindest den Teil, den wir ohne Hilfe der Sender beeinflussen können, so umzusetzen wie wir uns das wünschen würden und haben uns als erstes Event für die Oscar Verleihung in der Nacht vom 26.02.2012 auf den 27.02.2012 entschieden. Das Team welches für Euch zusammen die Oscar-Nacht zu einem besonderen Social TV Erlebnis machen möchte, setzt sich aus folgenden Mitgliedern zusammen:
- Stephan Röbbeln (@stephanr78)
- Stefanie Aßmann (@miss_assmann)
- Katja Wenk (@katjazwitschert)
- Daniel Rehn (@danielrehn)
- Rozana Vrandecic (@rozana)
- Romy Mlinzk (@snoopsmaus)
- Guido Bülow (@guidobuelow)
Technologisch arbeiten wir mit der von Couchfunk entwickelten App. Diese wurde für Euch auf einer eigens aufgesetzten Website eingebunden. Zum anderen haben alle die Möglichkeit über einen Javascript Code den Stream in jede x-beliebige Website einzubinden.
Wir werden für Euch die gesamte Oscar Verleihung kommentieren und moderieren. Zusätzlich werden wir Euch mit Zusatzinformationen versorgen. Von Trailern, über historische Informationen zu den Oscars bis hin zu allen wichtigen Infos zu den Filmen und Schauspielern wird alles vertreten sein. Natürlich stehen wir Euch auch für Fragen zur Verfügung und freuen uns auf den Dialog mit Euch.
Ist das jetzt Social TV?
Diese Frage lässt sich ziemlich einfach beantworten. Nein, natürlich ist dies nicht die endgültige Definition von Social TV. Als Sender hat man noch viel mehr Möglichkeiten auf das Geschehen im Netz einzugehen und dies wieder in der Sendung aufzugreifen. Das Potential für die Kombination aus TV und dem Social Web ist enorm und hier sind der Phantasie auch fast keine Grenzen gesetzt. Auch wir haben noch viel mehr Ideen um das Erlebnis für die Nutzer noch zu intensivieren. Diese werden wir in künftige Social TV Events mit einfließen lassen. Die Oscar-Verleihung wird das Start-Event für weitere Projekte sein. Sowohl konzeptionell als auch technologisch werden wir diese Events noch verfeinern und ausbauen. Wir freuen uns auf ein tolles Social TV Event mit Euch!
Dieser Artikel wurde von mir und Stephan Röbbeln verfasst.







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